Manifest 3.0 – in progress


Mit jedem neuen Tag als DIY-Publizist*innen geht der Lernprozess weiter. Die Preziösen vom Juni 2013 sind viele Schritte weiter als die Preziösen vom September 2012 – und wir schreiten stetig fort. Dieser Progress spiegelt sich in unserer Selbstbetrachtung, und folglich in diesem Manifest wider. (Änderungen zur letzten Version sind rot markiert)

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Der Freilenzer Verlag und die darin erscheinende Zeitschrift „Die Preziöse“ stehen für anspruchsvolle queere Publizistik.

An wen richtet sich unsere Zeitschrift genau? Dies fest zu machen an einer Kategorie – Mann,Frau, homo, hetero, lesbisch, bisexuell, asexuell etc. – hieße doch einen massiven Einschnitt in die Selbstbestimmung Jener vorzunehmen, die sich nicht durch besagte Kategorien klassifiziert sehen möchten. Wir mögen keine Schubladen und werden versuchen unseren Beitrag dazu zu leisten, sie zu überwinden. Deshalb möchten wir für alle schreiben, die sich jenseits der heteronormativen Kriterien definieren und deshalb haben wir die umfassende Bezeichnung „queer“ gewählt. Ferner möchten wir binäre Geschlechterordnungen in Frage stellen, weshalb wir die Begriffe „Frau“ und “Mann” weder als Ausschlusskriterien sehen, noch vergessen, dass sie Konstrukte sind. Da diese Konstrukte in unserer Gesellschaft jedoch immer noch Machtgefüge darstellen, bekennen wir uns zum Feminismus. Wir haben eingesehen, dass es nicht viel Sinn macht, wenn wir die Preziöse ein Magazin für Frauen nennen, aber darin die bestehenden binären Geschlechterordnungen in Frage stellen wollen. Deshalb verzichten wir auf diese widersprüchliche Eingrenzung und bezeichnen uns als ein queeres Gesellschaftsmagazin für alle, die es interessiert. Das ist auch der rote Faden, der den Inhalt zusammenhält, der jedoch auch nicht ausschließend funktionieren soll. Wir glauben daran, dass wir nur der Vielfalt des modernen Lebens gerecht werden können, wenn wir uns ihrer nicht verschließen und unseren Horizont dafür konstant erweitern, quer durch alle Sparten, aber vielleicht nicht immer queer.

Wir bieten Vielfalt, Qualität, Seriosität, Authentizität; wir sagen dies nicht nur, weil es als Wahlspruch hübsch klingt, sondern weil wir unsere Arbeit ernst nehmen. Deshalb verpflichten wir uns dazu, unseren Blick über den Tellerrand zu richten. Wir sind lernfähig und neugierig – und wollen dies auch bleiben. Wir garantieren vielfältige Themen, sorgfältig recherchiert und liebevoll dargeboten. Wir verpflichten uns einem hohen qualitativen Anspruch, nicht aus Elitismus, nein. Wir gehen lieber davon aus, dass unsere Leser*innen Anspruchsvolles lesen wollen. Wir gehen davon aus, dass es dem Publikum bestimmt nicht schadet, wenn ihm qualitativ Hochwertiges angeboten wird. Wir garantieren, dass wir nichts publizieren, was wir nicht auch gerne lesen würden. Wir können Authentizität garantieren, weil wir das Ganze von A bis Z selber auf die Beine stellen und dafür gerade stehen - auch für die Fehler, die uns unterlaufen.

Wir sind offen für eine konstruktive Diskussionskultur und stellen uns gerne dieser zur Verfügung. Doch die Redaktion wird sich keinen Normen unterstellen, weder hetero- noch homonormativer Art.

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